Titel: Eine Maschine um andere Maschinen zu treiben, welche mittelst Dampfes und Wassers oder eines anderen Flüßigkeit ohne Cylinder, Stämpel, Flugrad, und mit geringerem Verlust an Kraft, als bei irgend einer der jezt gebräuchlichen Dampf-Maschinen, in Bewegung gesezt wird, und worauf Thomas Masterman, Gemeinde-Brauer, Nr. 38, Broadstreet, Radcliffe, Middlessex, dd. 22. Jäner 1822 ein Patent erhielt.
Fundstelle: Band 9, Jahrgang 1822, Nr. I., S. 1
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I. Eine Maschine um andere Maschinen zu treiben, welche mittelst Dampfes und Wassers oder eines anderen Flüßigkeit ohne Cylinder, Stämpel, Flugrad, und mit geringerem Verlust an Kraft, als bei irgend einer der jezt gebräuchlichen Dampf-Maschinen, in Bewegung gesezt wird, und worauf Thomas Masterman, Gemeinde-Brauer, Nr. 38, Broadstreet, Radcliffe, Middlessex, dd. 22. Jäner 1822 ein Patent erhielt. Aus dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXLIII. August 1822. S. 139. Mit Abbildungen auf Tab. I. Masterman über eine Maschine um andere Maschinen zu treiben. Fig. 1 Tab. I. stellt einen senkrechten Durchschnitt durch den Mittelpunkt desjenigen Theiles der Maschine dar, den ich den Tausch (troke) nenne, und der sich dreht. Fig. 2 ist ein Querdurchschnitt dieses Tausches, und der beiden spaͤter zu erwaͤhnenden Masken. Der Tausch besteht aus der Achse, aus dem Kerne (oder Mittelpunkte, durch welchen die Achse geht), aus dem Ringe, (welcher hohl ist, und die unten anzufuͤhrenden Klappen enthaͤlt), und aus den Halbmessern, welche die Durchgaͤnge fuͤr den Dampf zwischen dem Kerne und den Ringen bilden. Fig. 3 ist ein Grundriß des Kernes und desjenigen Theiles, den ich das Gesicht nenne. Das Gesicht ist jener in der Figur dargestellte Theil der Seite, welcher zwischen den beiden concentrischen Kreisen eingeschlossen ist. Es ist eine vollkommene Ebene, welche mit dem Umkreise des Kernes rechte Winkel bildet. Die andere Seite des Kernes ist parallel mit dem Gesichte. Die Achse, welche dicht ist, geht unter rechten Winkeln mit der Ebene des Gesichtes durch ein Loch 1, welches gerade weit genug ist, um dieselbe aufzunehmen. Sechs Locher, 2, alle von gleicher Figur und gleicher Weite, sind in gleichen Entfernungen in dem Gesichte, in dem Raume zwischen den beiden von dem Mittelpunkte der Achse aus beschriebenen concentrischen Kreisen eingelassen. Die Durchmesser dieser Kreise sind so genommen, daß sie sowohl gegen die Achse hin, als gegen die aͤußere Kante des Gesichtes einen Raum uͤbrig lassen, und jedes dieser Loͤcher an zwei Seiten derselben begraͤnzen: die beiden anderen Seiten dieser Locher werden von Halbmessern begraͤnzt, welche von dem Mittelpunkte der Achse aus gezogen sind. Die Loͤcher sind in einer Tiefe von 3 bis 4 Zoll, oder bis auf die Haͤlfte des Kernes, parallel mit der Achse eingesenkt; dann kruͤmmen sie sich unter rechten Winkeln auf die Achse, und oͤffnen sich in dem Umfange des Kernes in gleichen Entfernungen von einander. Der Ring A, in Fig. 1, besteht aus sechs gleichen Abschnitten: an jeder Einfuͤgung derselben, und an dem Ende eines jeden Halbmessers ist eine Klappe befestigt, welche, auf ihr Lager zugeschliffen, wenn sie sich schließt, dampfdicht schließt. Die Halbmesser 1, 2, 3, 4, 5, 6 sind Roͤhren, welche mit dem Kerne und mit dem Ringe verbunden sind, so daß sie dampfdichte Verbindungen zwischen jedem Loche in dem Gesichte, und der inneren Seite des Ringes bilden. Sie sind an ihren Seiten zu ihrer Verstaͤrkung mit Rippen versehen. Fig. 4 ist ein Grundriß der inneren Maske einer kreisfoͤrmigen Metall-Platte von gleichem Durchmesser mit dem Gesichte, ungefaͤhr zwei Zoll dik, und beide Flaͤchen auf jeder Seite vollkommen parallel unter einander. Vier Loͤcher gehen durch dieselbe, 1, 2, 3, 4; 1 ist gerade weit genug zur Aufnahme der Achse; 2, 3, 4 sind von solcher Form und Weite und in solcher Lage, daß, wenn die innere Maske auf die Achse und uͤber das Gesicht aufgesezt ist, jedes derselben gerade weit genug ist, um uͤber ein Loch in dem Gesichte, und uͤber den Zwischenraum zwischen diesem und dem naͤchststehenden zu passen. 2 und 3 liegen so weit von einander, daß ein Raum zwischen beiden bleibt, der gerade hinreicht, um eines der Loͤcher in dem Gesichte vollkommen zu deken. 4 ist von 2 und 3 gleichweit entfernt. Der Umfang dieser Maske ist von einem eisernen Reifen umgeben, aus welchem ein Hebel hervorspringt, der beinahe bis an den Ring reicht, und mit einer kleinen geneigten Stange, die quer uͤber das Ende desselben laͤuft, versehen ist. In Fig. 4 ist der Anfang dieses Hebels, und in Fig. 1 ist er beim ganz mit dem Reifen und der Querstange durch punktirte Linien dargestellt. Fig. 5 ist ein Grundriß der inneren Seite der aͤußeren Maske. Fig. 6 ist ein Grundriß der aͤußeren Seite derselben. Diese Maske ist ein kreisfoͤrmiges Stuͤk Metall von gleichem Durchmesser, und beinah von derselben Dike, wie die innere. Die innere Seite desselben, Fig. 5, ist eine vollkommene Flaͤche; 1, ein Loch, gerade so weit, als noͤthig, um die Achse aufzunehmen; 2, 3, 4, siehe Fig. 6, sind Roͤhren, welche an der Außenseite dieser Maske hineingehen, und an der inneren sich oͤffnen. Die Oeffnungen sind durch die drei kleineren Kreise in Fig. 5 dargestellt, und so angebracht, daß, wenn man die aͤußere und innere Maske auf einander legt, dem Mittelpunkte eines jeden der Locher 2, 3, 4 der inneren Maske gegenuͤber eine Oeffnung zum Vorscheine kommt. 2 ist die Dampfroͤhre, durch welche der Dampf aus dem Kessel in die Maschine gelangt; 3 ist die Ableitungsroͤhre, durch welche der Dampf aus der Maschine in den Verdichter, oder, wo kein solcher gebraucht wird, in die Luft geleitet wird; 4 ist eine Roͤhre, durch welche irgend ein Verlust oder Ueberschuß an Wasser in dem Ringe ersezt oder beseitiget werden kann: wenn die Maschine im Gange ist, wird sie durch einen Sperrhahn geschlossen erhalten. Ein Ende der Achse geht, nachdem es durch den Kern durchgegangen ist, in beiden Masten durch i. Die innere Maske wird zunaͤchst an dem Gesichte, die aͤußere zunaͤchst an der inneren aufgezogen, und beide werden dicht auf das Gesicht hin mittelst am Ruͤken der aͤußeren Maske angebrachter Schrauben so fest auf einander gedruͤkt, daß sie sowohl unter sich, als mit dem Gesichte luftdicht schließen, wozu ein unbedeutender Druk hinreicht, in dem die entgegengesezten Flaͤchen auf einander geschliffen wurden. Die aͤußere Maske erhaͤlt, mit Ruͤksicht auf Fig. 1, eine solche Lage, daß die Roͤhren 2 und 3 horizontal werden, oder gegen den Halbmesser 2, oder die aufsteigende Seite des Tausches hingekehrt sind (in dieser Lage erscheint sie auch in Fig. 6), und sie bleibt immer in Ruhe. Die innere Maske ist, hinsichtlich der aͤußeren, so gestellt, daß die Roͤhren 2, 3, 4 der lezteren mit den mit eben diesen Zahlen bezeichneten Loͤchern der erstem in Verbindung stehen, und folglich eine Verbindung zwischen denn Roͤhren in der aͤußeren Maske, und dem Gesichte herstellen. Sie ist in Fig. 4 in dieser Lage gezeichnet. Auf diese Weise dienen demnach die Loͤcher in der inneren Maske zu demselben Zweke, wie die Roͤhren in der aͤußeren, welche mit korrespondiren den Zahlen bezeichnet sind. Die innere Maske ist, mittelst des Hebels m, beweglich, jedoch, wenn die Maschine im Gange ist, nur in so fern, daß die Verbindung zwischen 2 und 3 in der aͤußeren Maske und in dem Gesichte nicht unterbrochen wird. Die Querdurchschnitte beider Masken sind in Fig. 2 in ihren relativen Lagen dargestellt. Alle Verbindungen und Gefuͤge des Tausches sind dampfdicht, so daß der Dampf, welcher durch die Dampfroͤhre eingeleitet wird, keinen anderen Ausgang, als bei der Ableitungsroͤhre findet. Dieselben Buchstaben in Fig. 1 und 2 bezeichnen dieselben Theile. pp in Fig. 2 ist die Achse; qq sind die Lager; r ist ein an dem Ende der Achse angebrachter Winkelhebel, um die Speise-Pumpe, und, wo ein Verdichter zugegen ist, die Luftpumpe zu treiben. Da die Klappen, und die Einrichtung, durch welche sie gestellt werden, bei allen Abschnitten des Ringes dieselben sind, so hat man nur zwei derselben, die eine offen, die andere geschlossen, mit Buchstaben bezeichnet. Die Lager der Klappen sind besondere Metallstuͤke, welche zwischen den Enden eines jeden Abschnittes angebracht sind; auch kann ein Ende eines jeden Abschnittes, wenn es vollkommen eben geschliffen wird, als Lager dienen. Die Oeffnungen in denselben sind so weit, als die Hoͤhlung des Ringes, welcher, dort wo die Klappe wirkt, zur Aufnahme derselben erweitert ist. Alle Klappen, f, sind einander gleich, und oͤffnen sich in derselben Richtung: ihre Zapfen bewegen sich frei in Roͤhrengehaͤusen, welche an dem Klappen-Lager auf der zunaͤchst an der Achse gelegenen Seite befestigt sind. Die ganze Vorrichtung bei denselben besteht in Folgendem: a ist eine kleine hohle Hervorragung, oder eine Klappe, welche auf dem Ringe aufgeschraubt ist, und mit der inneren Seite desselben in Verbindung steht. An einer seiner inneren Seiten ist ein Roͤhrengehaͤuse, an der gegenuͤberstehenden eine Verstopfungsbuͤchse: ein Ende der Spindel laͤuft in dem Roͤhrengehaͤuse, das andere geht durch die Verstopfungsbuͤchse bis an die aͤußere Oberflaͤche der Klappe. An diesem Ende ist der Hebel b, und an dem Mittelpunkte der Hebel c angebracht, welche beide mit der Spindel rechte Winkel bilden, und in entgegengesezter Richtung stehen. Mit dem Ende von c ist, mittelst eines beweglichen Gelenkes, die Stange d verbunden, und an dem Ende von b ist ein Gewicht e befestigt, das mehr als hinreicht, um f aufzuwiegen, und mittelst eines anderen beweglichen Gelenkes an dem anderen Ende von d damit verbunden, und an dem Mittelpunkte von f befestigt ist. Die Hebel sind so gestellt, daß f halb offen steht, wenn sie nach der Achse hinweisen. Es ist also offenbar, daß, waͤhrend der Umdrehung des Tausches, zwei von den Klappen f, an der (hier durch die Pfeile angedeuteten) aufsteigenden Seite, durch da bloße Uebergewicht von e geschlossen seyn werden, alle uͤbrigen aber offen seyn muͤßen, wie es in Fig. 1 gezeichnet ist. Um die Wirkung dieser Klappen noch leichter zu begreifen, wollen wir annehmen, daß ihre Bewegungen bloß durch die Schwere von e hervorgebracht wuͤrden: unten werden wir aber zeigen, daß diese Bewegungen mit noch groͤßerer Genauigkeit mittelst des Faͤngers h und des Hebels m geregelt werden. Wir wollen auch gegenwaͤrtig von den Klappen i und den Hebeln k Umgang nehmen, in dem sie nicht wesentlich nothwendig sind, und ihr Nuzen spaͤter, besonders angegeben werden soll. Oben beschriebene Maschine ist aus Gußeisen, die Klappen und die innere Maske ausgenommen, (welche von Messing sind, wenn kein Queksilber gebraucht wird), und die klappen nebst Zugehoͤr und Hebel m, welche von geschlagenem Eisen sind. Sie steht in einem Gehaͤuse von Stein, Bakstein, Elsen oder einem anderen Materials so eingeschlossen, daß der Tausch sich frei um seine Achse drehen kann, welche horizontal zu jeder Seite auf dem Gehaͤuse ruht, und beide Enden dieser Achse ragen zu jeder Seite uͤber dasselbe hervor. Der Tausch muß genau abgewogen werden, so daß er sich in vollkommenem Gleichgewichte dreht, ehe Fluͤßigkeit in den Ring eingelassen wird. Die Maschine, welche durch den Tausch in Bewegung gesezt wird, wird an dem der Fig. 1 zunaͤchst stehenden Ende angebracht. Die zu dem Tausche gehoͤrigen Pumpen werden an dem an dem anderen Ende befindlichen Winkelhebel angebracht. Der Dampf wird auf die gewoͤhnliche Weise erzeugt und verdichtet; denn meine Erfindung hat weder Bezug, auf den Kessel noch auf den Verdichtungs-Apparat. Die in der beigefuͤgten Kupfertafel dargestellte Maschine ist von der Art, daß Wasser in dem Ringe gebraucht werden kann, und die Weise, nach welcher sie, unter dieser Bedingung, in Thaͤtigkeit gesezt wird, folgende: Der Ring wird beinahe zur Haͤlfte mit Wasser gefuͤllt, und dieses Wasser braucht niemals wieder herausgelassen zu werden. Nach dem der Tausch so gestellt wurde, daß zwei seiner Halbmesser vollkommen senkrecht stehen, wird m niedergedruͤkt, so daß 2 an der inneren Maske mit dem untersten Loche im Gesichte in Verbindung steht. Nun wird der Dampfhahn gedreht, und folglich stroͤmt der Dampf durch die Roͤhre und das Loch 2 in die aͤußere und innere Maske, und durch das unterste Loch in dem Gesichte in den unteren Halbmesser, und, nach dem er der Oberflaͤche des Wassers in diesem Halbmesser seine eigene Temperatur mitgetheilt hat, druͤkt er dieses Wasser nieder, fließt in den Ring ein, und verdichtet sich in dem Wasser solang, bis lezteres dadurch siedend wird, was sehr schnell geschieht. Wenn das Wasser siedet, muß m etwas gegen die aufsteigende Seite des Tausches gehoben werden, worauf der Dampf durch das Wasser auf dieser Seite allem aufsteigen wird, und da er eine verschlossene Klappe findet, das unter derselben befindliche Wasser abwaͤrts druͤken, und folglich an der entgegengesezten Seite in eben dem Verhaͤltnisse aufwaͤrts treiben wird, bis das Uebergewicht, welches diese Seite dadurch erhaͤlt, hinreichend ist, den Widerstand der an der Achse angebrachten, in Bewegung zu sezenden, Maschine zu uͤberwaͤltigen. Unmittelbar darauf wird der Tausch anfangen, sich zu drehen; m muß jezt in seine wirkende Lage, d.h. so gestellt werden, daß das Loch 2 so hoch zu stehen kommt, daß der Dampf gerade uͤber der hinabgedruͤkten Oberflaͤche des Wassers, wie es der Druk des Dampfes zeigen wird, in den Ring einstroͤmt. Da der Dampf immer gleichfoͤrmig nachstroͤmt, so wird das Wasser waͤhrend der Umdrehungen des Tausches beinahe immer an derselben Stelle bleiben. Die Oberflaͤchen desselben sind durch die punktirten Linien n und o angedeutet. So wie der Tausch sich dreht, kommt nach und nach jedes Loch in dem Gesichte mit 2 an der inneren Maske in Verbindung. Man muß nie vergessen, daß, wie vorher bemerkt wurde, die Lage der inneren Maske, wenn die Maschine in Thaͤtigkeit ist, nie so sehr veraͤndert wird, daß 2 und 3 an derselben gehindert wuͤrde, mit den correspondirenden Roͤhren in der aͤußeren Maske in Verbindung zu bleiben. Aus dem Baue der Maschine erhellt, daß ein ganzes Loch in dem Gesichte, oder zwei Theile der Loͤcher, die einem ganze gleich sind, stets mit 2 in der inneren und aͤußeren Maske in Verbindung bleiben, so daß der Dampf immer gleichfoͤrmig in den Ring einstroͤmt: auf diese Weise wird die hinabgedruͤkte Oberflaͤche des Wassers gehindert, mit der geschlossenen aufsteigenden Klappe aufzusteigen, und folglich das Uebergewicht, welches dadurch entsteht, daß das Wasser an einer Seite des Tausches niedergedruͤkt wurde, immer unterhalten. Die Loͤcher in dem Gesichte werden, so wie sie nach und nach von 2 zu 3 in der inneren Maske Uebergehen, durch den zwischen denselben enthaltenen Raum gedekt, und so wie sie mit 3 in Verbindung kommen, stroͤmt der zwischen den zwei geschlossenen Klappen eingesperrte Dampf aus dem Ringe durch 3 in die Luft, oder in den Verdichter, wenn ein solcher angewendet wird; und, bis dasselbe Loch in dem Gesichte vor 3 voruͤber gekommen ist, bleibt eine Verbindung mit der Luft oder mit dem Verdichter uͤbrig, um den Dampf zu entladen. Da auf diese Weise der Druk des Dampfes von jeder Klappe f entfernt wuͤrde, wird sie, sobald es bis dahin gekommen ist, durch die Schwere von e sich oͤffnen, so wie sie anfaͤngt herabzusteigen, (siehe die Klappe f zum Theile geoͤffnet in Fig. 1,) und so der Wassersaͤule erlauben, auf dieser Seite des Tausches zu bleiben. Das Wasser wird die Halbmesser fuͤllen, so wie ihre Enden unter die hoͤher stehende Oberflaͤche desselben, unter o, herabkommen, und wird dort bleiben, bis der Dampf dasselbe herausdruͤkt, beilaͤufig bei n; es kann aber weder in die Luft, noch in den Verdichter (wenn einer da ist) entweichen, wenn, ehe es noch in den Halbmesser eintritt, das Loch in dem Gesichte vor dem Loche 3 voruͤber ist; denn sonst wuͤrde allerdings das Wasser durch das Loch in die Luft oder in den Verdichter ausstroͤmen. Auf diese Weise wird nun eine gleichfoͤrmige Umdrehungs-Bewegung erzeugt, und so lang unterhalten, als der Dampf gleichmaͤßig in den Ring einstroͤmt: ihre Kraft wird mit dem Uebergewichte des Wassers auf der einen Seite des Tausches uͤber das auf der anderen Seite im Verhaͤltnisse stehen. Diese Kraft laͤßt sich leicht berechnen: sie ist gleich dem Gewichte einer senkrechten Wassersaͤule, deren Hoͤhe dem Unterschiede zwischen den beiden Wasserstaͤnden, und deren Grundflaͤche der Flaͤche des Querdurchschnittes des Ringes gleich ist. Dieß ist der Druk auf die geschlossene Klappe. Wir wollen nun zur Beschreibung der Faͤnge h und der Klappen i uͤbergehen. Der Vorsprung g wird mit a in einem Stuͤke gegossen. h ist an einer Seite dieses Vorsprunges mittelst eines Stiftes befestigt, welcher der Stuͤzpunkt ist, auf welchem es sich bewegt. Durch die Schulter in der Naͤhe seines unteren Endes wird es ihm unmoͤglich, sich uͤber einen Winkel von mehr als ungefaͤhr 20 Graden zu schwingen, dieses Ende ist viel diker als das andere, und mehr als hinreichend schwer, um dasselbe aufzuwiegen. Nahe an der Spize seines duͤnneren Endes ist ein, ungefaͤhr vier Zoll langer, Stift befestigt; ein anderer, ungefaͤhr eben so langer, Stift ist an b innerhalb e befestigt. Diese beiden Stifte springen, wie die Figur zeigt, unter rechten Winkeln auf h und b hervor, und weisen, ersterer gegen das Auge, der andere nach der entgegengesehen Richtung. Der Stift auf b ruht in dem Einschnitte an dem duͤnnen Ende von h, sobald er gerade unter m ist, und hindert auf diese Weise, daß e auf f wirken kann; sobald aber der Faͤnger vor m voruͤber ist, kommt der auf h befindliche Stift in Beruͤhrung mit dem unteren Ende der Querstange auf m, und ehe er noch vor der Spize desselben ganz voruͤber ist, wird er soweit gegen den Ring hin getrieben, daß er den Stift auf b aus dem Einschnitte loͤst, worauf e alsogleich niederfaͤllt, und f schließt. Die groͤßere Schwere des runden Endes von h haͤlt den Einschnitt zuruͤk oder gegen den Ring hin, waͤhrend dieser Theil des Tausches herabsteigt; eben diese bringt ihn auch wieder vorwaͤrts, so daß er den auf b befindlichen Stift stuͤzen kann, wenn dieser Theil aufsteigt. Wenn die Maschine mit ihrer schwersten last arbeitet, so kommt die herabgedruͤkte Wasserflaͤche dem untersten Theile des Ringes so nahe als moͤglich, ohne dem Dampfe einen Durchgang nach der anderen Seite des Tausches zu gestatten: je leichter die Last, desto ferner vom untersten Theile des Bodens wird die Wasserflaͤche sich befinden. Nun ist es aber sowohl zum Schließen von f, als zum Eintreten des Dampfes sehr foͤrderlich, daß beides uͤber einer so sehr niedergedruͤkten Wasserflaͤche geschieht, in dem sonst die Schnelligkeit der Maschine leiden, und die Oberflaͤche des Wassers zu sehr aufgetrieben werden koͤnnte: denn, wuͤrden die Klappen f sich immer auf dem Punkte schließen, wo der Dampf in den Ring eintritt, so wuͤrde entweder obiger Nachtheil eintreten, wenn die Maschine mit leichter Last arbeitet, oder die Wassersaͤule muͤßte beschraͤnkt, oder ein Theil des Wassers muͤßte aus dem Ringe ausgelassen werden. Es ist offenbar, daß irgend eine Veraͤnderung in der Lage von m den Schluß-Punkt von f veraͤndern muß, in dem der Punkt veraͤndert wird, in welchem der Stift auf h mit der Querstange an m zusammentrifft. Es ist gleichfalls offenbar, daß irgend eine Veraͤnderung in der Lage der inneren Maske auf dieselbe Weise den Punkt veraͤndern muß, bei welchem der Dampf in den Ring eingelassen wird. Ehe der Haͤlter auf die innere Maske aufgeschraubt wird, muß folgende Vorrichtung getroffen werden. Man lasse ein Loch in dem Gesichte (welches z.B. mit dem Halbmesser 2 in Verbindung steht) mit dem Raume zwischen 2 und 3 an der inneren Maske sich deken. Bei dieser Lage der Maske wird die Stellung von f unmittelbar unter diesem Halbmesser der vortheilhafteste Punkt seyn, wo die Klappen f sich schließen sollen, in dem das bedekte Loch unmittelbar darauf mit dem Ableitungsloche 3 in Verbindung steht, und folglich, wenn sie dann nicht geschlossen waͤren, wenn der Dampf in den Halbmesser 1 tritt, dieser so lang verloren gehen wuͤrde, bis sie geschlossen werden, in dem er durch den Halbmesser 2 ausfuͤhre, ohne seine Kraft geaͤußert zu haben. Wuͤrden die Klappen tiefer, als bei dem Pfeile, geschlossen, das heißt, wenn eine bedeutende Menge Dampfes durch den Halbmesser 2 hereintraͤte, so wuͤrden sie durch den Druk wieder geoͤffnet, m muß daher in eine solche Lage gebracht werden, daß f auf diesem Punkte geschlossen werden muß. Und diese Richtung ist beinahe dieselbe, in welcher m in Fig. 1 erscheint. Der Haͤlter oder Reif wird dann, mittelst der Schrauben und Muͤtter, in Fig. 4, so fest angezogen, daß die Lage der inneren Maske bei jeder Bewegung von m veraͤndert werden muß. Bei solcher Vorrichtung wird ein einfacher Druk auf m den Dampf nicht nur uͤber der hinabgedruͤkten Oberflaͤche des Wassers einstroͤmen, sondern auch die Klappen f auf dem vortheilhaftesten Punkte, in Hinsicht auf das Einstroͤmen des Dampfes naͤmlich, sich schließen lassen. Es wird nicht schwer seyn, den Dampf diese Bewegung dadurch regeln zu lassen, daß er auf einen mit dem Hebel m verbundenen kleinen Staͤmpel druͤkt. Wo die Last staͤtig und gleichfoͤrmig ist, kann die innere Maske, der Hebel m, und der Fang-Apparat weg bleiben, wenn die Oeffnungen in der aͤußeren Maske von derselben Form und Groͤße, wie jene an der inneren sind, und beinahe so tief, als die Dike der Maske, gehen, und wenn man die Klappen f durch die Schwere von e regeln laͤßt. Wo Feuerungs-Materiale wohlfeil ist, koͤnnen auch die Klappen i wegbleiben, wodurch sowohl die Auslagen bei Verfertigung der Maschine, als die Ausbesserungs-Kosten derselben erspart werden, und sie selbst einfacher wird. Der einzige Nuzen der Klappen bei i ist der, daß kein Wasser bei o in die Halbmesser eintreten kann. Ihr Bau und ihre Wirkung ist folgende: Das Ende des Halbmessers, welches in den Ring ein, tritt, hat einen ungefaͤhr 1 Zoll breiten Saum, auf welchem i sich schließt. Die Zapfen von i bewegen sich frei in Roͤhrengehaͤusen, welche an dem Saume angeschraubt sind. Der Hebel k ist mit dem Hebel c durch die Stange verbunden, die man in Fig. 1 sieht, und welche an beiden Enden beweglich eingefuͤgt ist. Durch den Mittelpunkt von k und durch das eingeschnittene Ende des kleinen Vorsprunges, laͤuft ein Stift. Der Vorsprung ist an dem Ringe befestigt, und bildet folglich eine Stuͤze fuͤr denselben. So wie die Klappe f, die zum Theile offen dargestellt ist, anfaͤngt, sich zu oͤffnen, druͤkt das Ende von k gegen den Ruͤken von i, bis die Schwere desselben anfaͤngt, sie zu schließen. Diese Schwere haͤlt sie geschlossen, bis sie unter die horizontale Linie herabgestiegen ist, wo der Druk des Wassers sie hindert sich zu oͤffnen, bis der durch ihren Halbmesser hereintretende Dampf sie aufdruͤkt. 1 ist eine flache auf den Ring aufgeschraubte Kappe, durch welche die Klappen zugaͤngig werden, wenn etwas an denselben auszubessern ist. Der Tausch ist, wie wir oben gesagt haben, in einem Gehaͤuse eingeschlossen, um alle Verdichtung abzuhalten, wenn er in Thaͤtigkeit, und alle Erkuͤhlung, wenn er in Ruhe ist, in dem die erhizte Luft zunaͤchst an seiner Oberflaͤche eingeschlossen wird. Um dieses Erkuͤhlen noch mehr zu verspaͤten, ist die Ausduͤnstung durch Schluß-Klappen an den Dampf- und Abkuͤhlungs-Roͤhren unmoͤglich gemacht. Unter solchen Vorsichts-Maßregeln bleibt das Wasser bis zum folgenden Tage nur wenige Grade unter dem Siedepunkte, und die Maschine ist folglich augenbliklich brauchbar. Meine Erfindung besteht in der oben genau beschriebenen Maschine, welche noch uͤberdieß, wie unten sogleich angegeben wird, abgeaͤndert werden kann; sie bildet, mittelst Dampfes und einer Fluͤßigkeit, eine Maschine, welche ans deren Bewegung mittheilt, oder, mit anderen Worten, eine Rad-Dampfmaschine. Wenn kein Verdichter gebraucht wird, erspart man Feuerungs-Materiale dadurch, daß der Dampf aus der Ableitungs-Roͤhre seine Hize dem Wasser mittheilen muß, mit welchem der Kessel gespeist wird: doch dieß gehoͤrt nicht zu meiner Erfindung. Der Durchmesser des Tausches darf, wo er Wasser in sich fuͤhrt, nie kleiner seyn, als 23 Fuß, in dem die Maschine nur mit einem Dampf-Druke von nicht weniger als 10 Pfd. auf ein Quadrat-Zoll in Thaͤtigkeit gesezt werden kann; dieser Durchmesser braucht aber nimmer mehr vergroͤßert zu werden, in dem man die allenfalls noͤthige groͤßere Kraft durch Erweiterung des Ringes erlangen kann. Nur um eine sehr große Kraft zu erhalten, koͤnnte es allenfalls vortheilhaft seyn, den Durchmesser des Tausches zu vergroͤßern. In Fig. 1 ist der Durchschnitt des Ringes kreisfoͤrmig: bei groͤßerer Kraft wird er vierekig, bei noch groͤßerer laͤnglich seyn koͤnnen, damit die Breite der Klappen an ihren Zapfen nie groͤßer als 18 Zoll seyn darf, um ihre Wirkung beschraͤnken zu koͤnnen. Wenn man Queksilber statt des Wassers im Ringe ans wendet, bleibt der Bau der Maschine, dem Principe nach, derselbe: der Durchmesser darf aber dann, auch fuͤr die groͤßte Kraft, wo man einen Verdichter anwendet, nie groͤßer seyn, als 6 Fuß, in dem die große specifische Schwere des Queksilbers schon bei einer Saͤule von 30 Zoll dem Dampfe den erfoderlichen Druk mittheilt, und der Durch, schnitt des Ringes muß immer laͤnglich seyn, in dem er in dieser Form am wenigsten Queksilber noͤthig hat. Mehrere Theile der Maschine koͤnnen in diesem Falle weggelassen werden: z.B. die Klappen i, weil, bei einer Saͤule von 30 Zoll, die Halbmesser zur horizontalen Linie herabsteigen, ehe noch ihre Enden die Oberflaͤche des Queksilbers erreichen, und die Temperatur desselben uͤberall gleich ist. Auch die innere Maske kann wegbleiben, (die aͤußere behaͤlt die oben angegebene Form) weil der Schluß-Punkt der Klappen hier nie veraͤndert zu werden braucht, in dem eine, verhaͤltnißmaͤßig zum Durchmesser des Tausches so niedrige, Saͤule dem Dampfe den Eintritt in den Ring beinahe so hoch oben, als die horizontale Linie der Halbmesser selbst, gestattet, ohne daß ein Halbmesser in das Queksilber eher herabsteigen muͤßte, als bis vorlaͤufig seine Verbindung mit Loch 3 aufgehoben wurde. Aus demselben Grunde, (der Kuͤrze der Saͤule naͤmlich) koͤnnen die Halbmesser bis auf 5 oder 4 vermindert werden. Auch die Roͤhre 4 kann wegbleiben, da kein Queksilber verloren geht. Die Menge Queksilbers darf offenbar nicht groͤßer seyn, als noͤthig ist, um eine Saͤule von 30–34 Zoll von demselben zu erhalten, ohne seine untere Oberflaͤche so tief herabzudruͤken, daß der Dampf durch das Queksilber entweichen koͤnnte. Statt des obigen Gehaͤuses kann der Tausch mit seiner Maske und mit seinem Dampfrohre, wenn Queksilber gebraucht wird, in einem dampfdichten Gehaͤuse aus Gußeisen eingeschlossen seyn: wenn dann der Dampf sogleich in dasselbe, und von da in das Dampfrohr geleitet wird, so ist alle Verdichtung des Dampfes in dem Ringe vermieden. Man wird einsehen, daß, wo Queksilber gebraucht wird, die Maschine außerordentlich dicht seyn muß: wo der Raum sehr beschraͤnkt ist, kann der Tausch in dem Kessel selbst sich drehen, der in dieser Hinsicht oben mit einem Vorsprunge versehen ist: dieß ist die wohlfeilste Methode. Die Spindeln maͤßen in den lezten beiden Faͤllen in Verstopfungs-Buͤchsen laufen. Es ist offenbar, daß man sich nur einer Fluͤßigkeit in dem Ringe bedienen kann, und daß, da Schwere und Fluͤßigkeit die einzigen in dieser Hinsicht brauchbaren Eigenschaften des Wassers und des Queksilbers sind, auch andere Fluͤßigkeiten, welche diese Eigenschaften bei der Hize des siedenden Wassers besizen und erhalten, statt derselben angewendet werden koͤnnen. Diese oben beschriebene Maschine ist folgender Abaͤnderungen faͤhig: Die Zahl der Klappen in dem Ringe kann, von vier aufwaͤrts, abgeaͤndert werden: in eben demselben Verhaͤltnisse auch die Zahl der damit correspondirenden Halbmesser und Loͤcher im Gesichte. Die die Klappen f regelnden Gewichte koͤnnen auch innenwendig in dem Ringe angebracht seyn, wo ein Vorsprung zu ihrer Bedekung angebracht ist. Dieselben Klappen koͤnnen durch Gewichte geregelt werden, welche an einem Ende des Zapfens der Klappe angebracht sind, wo dieses Ende durch eine Verstopfungs-Buͤchse an die Außenseite des Ringes hervortritt; sie koͤnnen auch Schieber-Klappen seyn. Der Schluß dieser Klappen kann auch (statt der Faͤnge und Haͤlter, wie sie oben, angegeben wurden) durch einen Stift auf den Hebel b bewerkstelliget werden, der in eine gekruͤmmte Furche (an der Seite des Gehaͤuses und an der aufsteigenden Seite des Tausches) eingreift, ehe noch die Schwere des Gewichtes e anfaͤngt, auf die Klappe zu wirken. Der Stift druͤkt auf diese Weise auf die obere Seite der Krummen, und macht, daß die Klappe sich schließt; und wenn die Schwere des Gewichtes e auf die Klappe wirkt, stuͤzt die untere Krumme der Furche den Stift, und macht, daß die Klappe sich allmaͤhlich schließt. Diese gekruͤmmte Furche muß, wenn eine innere Maske da ist, an dem Hebel m, statt an der Querstange auf demselben, angebracht seyn. Die beigefuͤgten Zeichnungen sind nach keinem besonderen Maßstabe entworfen, in dem die Dimensionen der Maschine nach der verschiedenen Kraft, die sie aͤußern soll, nothwendig sehr verschieden seyn muͤßen. Die Kraft selbst kann auf zwei verschiedene Weisen modificirt werden, entweder dadurch, daß man den Durchmesser des Tausches aͤndert, oder die Weite des Ringes. Bei den wohlbekannten Grundsaͤzen des Drukes der Fluͤßigkeiten kann es nicht schwer fallen, die Dimensionen fuͤr eine Maschine von dem oben angegebenen Baue zu finden, welche mit einer bestimmten Kraft wirken, und von einem bestimmten Druke in Thaͤtigkeit gesezt werden soll. Die gehoͤrigen Dimensionen fuͤr die verschiedenen einzelnen Theile werden sich aus der Betrachtung der Zweke ergeben, zu welchen jeder derselben verwendet wird. Aus obiger Beschreibung wird es ferner erhellen, daß meine Erfindung vorzuͤglich in der einfachen und kraͤftigen Methode, den Dampf in dieselbe einzufuͤhren, und aus derselben wieder abzuleiten, besteht; und daß folglich, ungeachtet aller kleinen Abaͤnderungen an einzelnen Theilen, die Erfindung immer dieselbe bleibt. Die Vortheile, welche aus der außerordentlichen Einfachheit des Baues dieser Maschine und der beinahe gaͤnzlichen Vermeidung aller Reibung entstehen, sind zu auffallend, als daß sie hier besonders aufgezahlt werden duͤrften. Bemerkungen der Patenttraͤger. Die Wichtigkeit der Erfindung einer wirksamen und wohlfeilen Rad-Dampfmaschine wird wohl nicht bestritten werden koͤnnen, wenn man bedenkt, daß die nach dem Grundsaze der Abwechslung erbaute Dampfmaschine ungefaͤhr die Haͤlfte der Kraft des Dampfes verschlingt, und dieß selbst dann noch, wo sie durch den meisterhaftesten Bau und durch bewunderswerthe Kunst in ihrer Anwendung und Benuͤzung zu dem erwuͤnschten Zweke den hoͤchsten Grad von Vollendung erreicht zu haben scheint. Dieser Verlust an Kraft entsteht vorzuͤglich durch Reibung, und durch den Wechsel in der Bewegung: daher scheint eine Maschine, welche urspruͤnglich eine staͤtige radfoͤrmige Bewegung erhaͤlt, das beßte Mittel, diesem Uebel abzuhelfen. Man hat bisher eine große Anzahl solcher Maschinen ausgedacht: keine derselben hat jedoch einen so entschiedenen Vorzug vor jenen, die nach dem Grundsaze der abwechselnden Bewegung gebaut sind, daß sie in der Anwendung einen Vorzug verdiente. Der Fehler an denselben ist vorzuͤglich der Reibung der Theile, oder der Genauigkeit und Zartheit, mit welcher sie gearbeitet werden muͤßen, und daher auch den hohen Verfertigungs- und Ausbesserungs-Kosten zuzuschreiben. Obige Beschreibung wird es einleuchtend machen, daß diese Hindernisse hier endlich besiegt sind, und daß die in derselben dargestellte Maschine in Hinsicht auf gluͤklichen Erfolg es kuͤhn mit den Dampfmaschinen mit abwechselnder Bewegung aufnehmen darf. Die ersten Gestehungs-Kosten der Rad-Dampfmaschine sind, in Vergleichung mit jener in abwechselnder Bewegung, (wenn Wasser gebraucht wird) bei gleicher Kraft um vieles geringer. Dieß wird daraus erhellen, wenn man bedenkt, daß die Klappen die einzigen Theile sind, welche, so wie ihre Lager, die Masken, und das Gesicht, welche alle dampfdicht seyn muͤßen, Genauigkeit bei ihrer Verfertigung fodern; sie werden aber schon dadurch allem dampfdicht, daß sie eine vollkommen ebene Flaͤche erhalten, welche ihnen auf einer Schleifbank leicht gegeben werden kann; daß alle uͤbrigen Theile des Tausches, mit Ausnahme der Achse, schon in dem rohen Zustande, in welchem sie aus dem Guße kommen, zusammengefuͤgt werden koͤnnen, und daß bei dem Zusammenfuͤgen derselben weit weniger Umstaͤndlichkeit Statt hat. Die Groͤße, die die Maschine noͤthig hat, wo sie Wasser fuͤhrt, wird von geringem Belange in Hinsicht auf Kosten zu seyn scheinen, wenn man weiß, daß der Ring und die Halbmesser eines Troges von 28 Fuß im Durchmesser fuͤr 10 Pfund Sterling 10 Schill, die Tonne, zu Worcester gegossen, und nach London geliefert wurden. Der Unterschied bei dieser Vergleichung der ersten Gestehungs-Kosten nimmt im Verhaͤltniße der Kraft zu, und faͤllt, wo sie einmal bis zur Kraft von 50 Pferden und daruͤber steigt, gar sehr zu Gunsten der Rad-Dampfmaschine aus, in dem die einzige bedeutende Vergroͤßerung der Maschine, die zur Vermehrung der Kraft noͤthig ist, die Flaͤche des Querdurchschnittes des Ringes betrifft. Die Gestehungs-Kosten einer solchen Maschine, bei welcher man Queksilber als Fluͤßigkeit anwendet, kommen jener einer Dampf-Maschine mit abwechselnder Bewegung beinahe gleich, und betragen, bei einer Staͤrke von ungefaͤhr zehn Pferden, mehr: Ersparung an Dampf und an Ausbesserungs-Kosten wird sie aber an allen jenen Plaͤzen zu einer hoͤchst wohlfeilen Maschine machen, wo Feuerungs-Materiale und Arbeitslohn theuer sind. Wenn man ferner die Aufrichtungs-Ausbesserungs- und Betreibungs-Kosten beider Maschinen unter einander vergleicht, so faͤllt das Resultat offenbar zu Gunsten der Rad-Dampfmaschine aus. Die einzige Reibung, welche bei dem Betriebe der Rad-Maschine, ohne Verdichter, Statt hat, ist – die der Fluͤßigkeit in dem Ringe, – des Gesichtes gegen die Maske – der Stifte gegen die Querstangen auf m- und der Achse selbst: alle diese sind aber hoͤchst unbedeutend. Beweis hieruͤber liefert die im vorigen Dezember zum Versuche erbaute (Wasser) Maschine bei den HHn. Hague und Topham's zu London, Spitalfields: sie wurde mit einem Druke von drei Achtel Pfund auf einen Quadrat-Zoll in Bewegung erhalten. Ihr Gewicht ist ungefaͤhr 3 Tonnen. Ihre Dimensionen sind: Durchmesser des Tausches 15 Fuß 0 Zoll,   –     – der Achse   0 Fuß 4 Zoll,   –     – des Gesichtes und der Maske   1 Fuß 0 Zoll. Da die Flache des Querdurchschnittes des Ringes 78 Quadrat-Zoll betraͤgt, so ist dieser Druk weniger als 30 Pfd. gegen die geschlossene Klappe. Die Reibung des Wassers im Ringe wurde als unbedeutende Kleinigkeit befunden, in dem der Tausch mit einem Druke von 1 1/2 Pfund auf das Quadrat-Zoll sich 10 mal in einer Minute umdrehte (eine Schnelligkeit von 420 Fuß), und es wahrscheinlich ist, daß ein Theil dieses Drukes zum Austreiben des Dampfes durch die Halbmesser verwendet werden mußte. Um den zur Ueberwindung der lezterwaͤhnten Reibung noch noͤthigen Druk zu schaͤzen, muß man sich nur erinnern, daß das Wasser beinahe immer stehen bleibt, also nur wenig oder gar keine vis inertiae zu uͤberwinden ist. Der noch noͤthige Druk betraͤgt also den Unterschied zwischen dem Druke, der noͤthig ist, die niedergedruͤkte Oberflaͤche des Wassers auf einem gewißen Punkte zu erhalten, wenn die Maschine in Ruhe steht, und zwischen demjenigen, den man noͤthig hat, dieselbe auf demselben Punkte zu erhalten, wenn die Maschine in voller Thaͤtigkeit ist: dieser Unterschied ist gewiß unbedeutend. Es ist allgemein bekannt, daß die weitesten Roͤhren in unseren tiefen Bergwerken nur einige Zolle Aufsaz brauchen, um die Reibung des Wassers in der Pamproͤhre, oder in dem Raume uͤber dem Staͤmpel zu uͤberwinden. Die Reibung des Gesichtes an der Maske wurde unbedeutend gefunden. Wenn man nun den Bau dieser Maschine betrachtet, und bedenkt, daß beinahe alle Reibung beseitigt, und das, was davon noch uͤbrig ist, zunaͤchst an der Achse sich befindet, daß die Kraft staͤts an dem Ende des Hebels angebracht ist, und beide sich in den moͤglich vortheilhaftesten Lagen befinden; so wird es einleuchtend, daß das nothwendige Resultat hievon bedeutende Ersparung an Feuerungs-Materiale seyn muß. Aus dem Baue dieser Maschine folgt auch der wichtige Vortheil, daß sie ohne Verdichter arbeiten kann, und zwar bei ungefaͤhr halbem Druke des Kessels, welchen eine abwechselnde Maschine von derselben Staͤrke bei gleicher Menge von Feuerungs-Materiale fodert. Die verlangte Geschwindigkeit der Maschine, (wo man Wasser bei derselben braucht) ist ungefaͤhr 400 Fuß in der Minute; dieß ist etwas mehr, als die aͤußerste Schnelligkeit einer abwechselnden Dampf-Maschine, naͤmlich 345 Fuß, waͤhrend der Staͤmpel durch den Mittelpunkt des Cylinders laͤuft, wenn seine mittlere Geschwindigkeit 220 Fuß betraͤgt. Erstere verhaͤlt sich zu der anderen, wie der Umfang des Kreises zu seinem doppelten Durchmesser. Diese Geschwindigkeit der Maschine ist aber, (wo Queksilber angewendet wird) geringer. Es ist allgemein bekannt, daß, in Hinsicht auf die abwechselnde Dampf-Maschine, die Geschwindigkeit derselben nicht leicht ohne bedeutenden Verlust an Kraft, und ohne Zerstoͤrung ihrer Theile uͤber obige 220 Fuß waͤhrend Einer Minute gebracht werden kann, und daß, hinsichtlich auf das Wasser-Rad, die Geschwindigkeit des Umfanges desselben nicht ohne gleichen Verlust an Kraft uͤber 330 Fuß in einer Minute zu treiben ist. Die Ursachen dieser Beschraͤnkung der Geschwindigkeit scheinen, bei den abwechselnden Dampf-Maschinen, die Reibung und die abwechselnden Bewegungen ihrer Theile, und, bei den Wasser-Raͤdern, theils das Zuruͤkfahren des Rades vor der Kraft mit beschleunigter Geschwindigkeit, theils der Verlust an Wasser aus den Eimern, durch die Centrifugal-Kraft, die dasselbe erhaͤlt, zu seyn. Bei obiger Rad-Dampfmaschine kann aber keine dieser Beschraͤnkungen der Geschwindigkeit eintreten; alle Reibung ist beinahe beseitigt, die Bewegung ist beinahe gleichfoͤrmig radfoͤrmig, und das Wasser in dem Ringe faͤhrt nicht vor der Kraft zuruͤk: da dasselbe beinahe immer auf derselben Stelle bleibt, so erlangt es auch keine Centrifugal-Kraft. Die oben erwaͤhnte, zum Versuche aufgestellte Maschine drehte sich auf 688 Fuß in einer Minute bei einem Druke von ungefaͤhr 3 1/2 Pfund auf ein Quadrat-Zoll; ein bedeutender Theil dieses Drukes mußte durch die Einschließung oder die Drahtzuͤge des Dampfes auf seinem Durchgange durch die Halbmesser entstanden seyn. Wenn man irgend einen Verdacht hegen koͤnnte, daß diese Geschwindigkeit, wegen des Drukes, der zur Ueberwindung der Reibung des Wassers in dem Ringe erfodert wuͤrde, zu hoch angegeben waͤre, so beliebe man sich zu erinnern, daß in einer Pumpe von 12 Zoll im Durchmesser, die das Wasser 20 Faden hoch mit einer Geschwindigkeit von einem Fuß in jeder Secunde zieht, die Reibung des Wassers auf dieser ganzen Streke nur 2 1/2 Pfund, oder 1/50 Pfund auf ein Quadrat-Zoll betraͤgt, und daß diese Reibung in dem einfachen Verhaͤltniße des Durchmessers und der Tiefe, und in dem doppelten der Geschwindigkeit steht. Die Maschinen dieser Art, welche Wasser fuͤhren, schiken sich am beßten fuͤr große Kraftanwendung, und, je groͤßer sie sind, desto mehr erspart man an denselben in Hinsicht auf Gestehungs-Kosten und Feuerungs-Materials, verglichen mit schwaͤchern. Mit dem Baue solcher Maschinen von ungeheuer großer Kraft hat es keine Schwierigkeit, da bei der langsamen Bewegung des Tausches auf seiner Achse keine besonders große Staͤrke des Materiales erfoderlich ist. Die Form selbst (ein Rad) und die Form des Ringes und der Halbmesser (Roͤhren) koͤnnen in Hinsicht auf Starke und Dichtheit nicht schiklicher gedacht werden. Tausche von 40 Fuß im Durchmesser sind keinesweges unausfuͤhrbar. Der Bau und die besondere Wirkung von Flugraͤdern scheint allerdings es nothwendig zu machen, die Durchmesser derselben innerhalb dieser Graͤnzen zu beschraͤnken; es ist aber offenbar, daß zwischen Flugraͤdern und den Tauschen, vorzuͤglich in Hinsicht auf ihre Wirkung, nur wenig Analogie Statt hat. Die Kraft der lezteren ist also eben so wenig beschrankt, als die der abwechselnden Dampf-Maschinen. Es koͤnnte scheinen, daß die radfoͤrmige Bewegung derselben sie zum Wasserschoͤpfen untauglich macht; sie taugen indessen weit besser, als eine Dampf-Maschine mit abwechselnder Bewegung, um eine Dreistoß-Pumpe (three throw pump) zu treiben, und es ist bekannt, daß eine solche Pumpe, bei gleicher an derselben angebrachter Kraft, mehr Wasser foͤrdert, als eine gewoͤhnliche Hebepumpe, in dem das Wasser in ihr ununterbrochen durch die Roͤhren stroͤmt, waͤhrend an der Hebepumpe der Strom unterbrochen wird, und die vis inertiae der ganzen Wassersaͤule bei jedem Zuge uͤberwunden werden muß. Aus eben diesem Grunde hat erstere Pumpe auch den Vortheil von Zugroͤhren mit kleinerem Durchmesser, als an der lezteren. Die Tausche mit Queksilber schiken sich am beßten fuͤr kleinere Kraͤfte, und je kleiner sie sind, desto mehr Vortheil gewaͤhren sie in Hinsicht auf Reibung und Ersparung an Feuerungs-Materiale, im Vergleiche mit abwechselnden Dampf-Maschinen von gleicher Staͤrke. Es muß jedem einsichtsvollen Leser sich von selbst aufdringen, daß es fuͤr Dampfbothe keine geeignetere Vorrichtung geben kann, als diese Maschine mit Queksilber, in dem sie in einem hohen Grade Raum- und Feuerungs-Material ersparung in sich vereinigt, und die starken und ungleichen Nisse an dem Schiffe und die unangenehme zitternde Bewegung, welche die gegenwaͤrtigen Dampf-Maschinen an denselben hervorbringen, beseitiget. Der bedeutende Verlust an Kraft, welcher durch die an abwechselnden Dampf-Maschinen auf Dampf-Bothen nothwendig werdende Verkuͤrzung der Laͤnge des Streiches hervorgeht, und der Schaden, den sie an Schiffen durch ihre abwechselnden Bewegungen verursachen, sind Nachtheile von solcher Wichtigkeit, daß eine wirksame und oͤkonomische Rad-Maschine hoͤchstes Beduͤrfniß wird, zumal, da der beengte Raum auf Dampf-Boͤthen jede Ersparung an Brenn-Materiale doppelt vorteilhaft macht. Diese Maschine, sie mag mit Wasser oder mit Queksilber gefuͤllt seyn, laͤßt sich auch sehr bequem ausfuͤhren, in dem ihr Bau hoͤchst einfach ist, und das Aufsezen, Treiben und Ausbessern derselben wenig Geschiklichkeit fodert. Dieß ist vorzuͤglich bei den Queksilber-Maschinen der Fall, die wenig Raum einnehmen, eben so wenig Muͤhe als Geschiklichkeit bei dem Aufstellen und Ausbessern derselben erfodern, und noch uͤberdieß einen Gewinn auf der Mauth gewaͤhren: man erhaͤlt naͤmlich von der zu 1 Shill. 8 Den. auf das Pfund Queksilber gesezten Mauth 1 Shill. 1 Den. bei der Ausfuhr zuruͤkbezahlt, und der Einfuhrs-Zoll auf Queksilber betraͤgt in den meisten uͤbrigen Staaten weniger als der Rest der engl. Mauth nach Abzuge des zuruͤkbezahlten 1 Shill. 1 Den. Eine solche Maschine (mit Wasser in dem Ringe) wird nun auf der Fawdon Steinkohlen-Grube, bei Newcastle, gebaut: ihr Tausch hat 28 Fuß im Durchmesser, und der Ring, dessen Durchschnitt kreisfoͤrmig ist, einen Fuß. Eine andere, mit Queksilber, ist beinahe fertig, und wird in Kuͤrze in Vinestreet, Nr. 1, Waterloo-road, near the SouthendSonthend of Waterloo-bridge im Umtriebe seyn. DasDasr Patent gilt fuͤr die vereinigten Koͤnigreiche und fuͤr die Colonien: fuͤr Frankreich ward ein Brevet d'importation genommen. Die gegenwaͤrtigen Besizer des Patentes, die HHn. I. und T. Masterman zu London, Nr. 68, Old-Broad-street ertheilen, unter billigen Bedingungen, Licenzen sowohl auf die Verfertigung, als auf die Anwendung dieser Maschinen, und sind auch geneigt, ihre Patent-Rechte zu verkaufen. Eine kleine Schrift, in welcher die Vortheile, die diese Maschine gewahrt, aufgezaͤhlt, und vergleichende Tabellen der Kraft und des Bedarfs an Feuerungs Materials zwischen, dieser und der abwechselnden Dampf-Maschine vorgelegt sind, ist so eben erschienen, und bei den HHn. Underwood in Fleetstreet zu haben.

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Tafel Tab. I
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