Titel: Dampfmaschine von Hrn. Wood-Gray.
Fundstelle: Band 155, Jahrgang 1860, Nr. XLV., S. 161
Download: XML
XLV. Dampfmaschine von Hrn. Wood-Gray. Aus Armengaud'sGénie industriel, December 1859, S. 317. Mit einer Abbildung auf Tab. III. [Dampfmaschine von Hrn. Wood-Gray.] Der Zweck, dessen Erreichung Hr. Wood-Gray durch die eigenthümliche Anordnung seiner Dampfmaschine, welche er sich in England patentiren ließ, anstrebte, ist der, die Dimensionen der Maschine dadurch auf ein Minimum zu bringen, daß man zwei Kolben in einem Raume arbeiten läßt. Um dieses Resultat zu erreichen, glaubte der Erfinder diesem Raume Kugelgestalt geben zu müssen, da durch diese Form nicht nur die Ausführung erleichtert wird, sondern auch die Dampfbüchsen, in welchen sich die Schieber bewegen, sowie der Regulator leicht und passend angebracht werden können. Die Anordnung der einzelnen Theile ist aus Fig. 27 leicht zu erkennen; dieselbe stellt einen Durchschnitt mitten durch die Maschine, die Kolben und Dampfbüchsen dar. Die Maschine besteht aus einer doppelten sphärischen Kammer A und B, welche durch die Vereinigung von zwei sphärischen Schalen i, i' gebildet ist. Diese Schalen haben ihre Fuge in einem größten Kugelkreise, und sind durch Ränder und Schrauben dampfdicht mit einander verbunden. Zwei Sectoren b, b' theilen die Kammer in zwei Räume, zwischen denen sich die Achse D bewegt, welche die zwei halbkreisförmigen Kolben a, a' mit ihren Metallliederungen trägt. Die Fußplatte m der Kugelkammer ruht auf einer Grundplatte m', welche auf dem Boden des Maschinenraumes befestigt ist. Oben ist die Kammer durch eine Krone n geschlossen, auf welcher ein Steg c zur Führung der Regulatorachse C befestigt ist, die mit ihrem unteren Ende in der Pfanne l ruht. An die runden Seitenflächen der Kolbenkammer sind die Arme x und x' angeschraubt, in welchen sich die Canäle d und d' befinden, die den Dampf bald über, bald unter die halbkreisförmigen Kolben a, a' leiten. Die Kolben bewegen die Achse D, auf welcher sie befestigt sind. Die Vertheilungsschieber e und e', welche in den Schieberkasten o und o' liegen, werden durch die Schieberstangen f, f' bewegt, die durch Scharniere mit den Stangen h, h' der Excentrics g, g' verbunden sind. Die Excentrics sind auf die Hauptachse F aufgekeilt. Diese Achse F erhält ihre Bewegung von der Achse D der Kolben a, a', und zwar durch eine Zugstange, deren eines Ende mit der Kurbel auf der Kolbenachse, und deren anderes Ende mit der Kurbel auf der Achse F in Verbindung steht. Die schwingende Bewegung der Kurbel auf der Kolbenachse wird durch ein auf der Achse F befindliches Schwungrad in eine rotirende verwandelt. Von der Achse F weg wird die Bewegung durch eine auf ihr befindliche Riemenscheibe, oder nach Umständen durch gezahnte Räder weiter geleitet.

Tafeln

Tafel Tab. III
Tab. III